Geldmarktfonds


Angsichts der guten Konjunktur und der Schnelllebigkeit auf dem Finanzmarkt wecken Banken bei Anlegern mit kurzfristigen Anlagewünschen das Interesse nach Geldmarktfonds. Bei dieser Fondsanlage investieren die Anleger in Geldmarkttitel, wozu Termingelder, Schuldscheindarlehen und Anleihen mit kurzer Laufzeit zählen.


Und gerade die kurze Laufzeit ist es, was Anleger am Geldmarktfonds interessiert. Zwar locken Kreditinstitute gerade potenzielle Neukunden mit hohen Zinsen an, doch handelt es sich bei den angepriesenen Produkten meist um Sparbriefe oder Ratensparverträge, die den Nachteil einer langen Laufzeit haben. Sicher sind diese Produkte immer noch besser als ein reines Sparbuch, aber für Leute, die ihr Geld gar nicht für eine längere Zeit anlegen wollen, sind eben Geldmarktfonds die bessere Alternative.

Für kurzfristige Geldanlagen bietet der Kapitalmarkt zudem noch das Tagesgeld oder wenn man sein Geld erst in einigen Wochen wieder haben möchte, das Termingeld. Beide Anlagearten bieten dem Kunden einen recht guten Zinssatz, wenngleich sie nicht an die Konditionen herankommen, die z.B. Geldmarktfonds den Anlegern bieten.

Geldmarktfonds kann man durchaus auch mit Tagesgeldkonten vergleichen mit dem Unterschied, dass die Banken bei einem Tagesgeldkonto die Zinsen dafür auch täglich neu festsetzen können. Bei beiden Anlagearten hat der Anleger nur eine kurzfristige Anlagedauer im Blick, doch bietet ein Geldmarktfonds eine im Durchschnitt bessere Rendite. Aufgrund dieser Kurzfristigkeit besteht auch bei einem Geldmarktfonds für den Anleger praktisch kein Risiko. Wenn der Anleger einen guten Fonds gefunden hat, kann er im Grunde genommen in Ruhe abwarten, wie sich die Dinge für ihn entwickeln und die Rendite kassieren. Diese setzt sich zusammen aus dem Auszahlungsbetrag geteilt durch den Betrag der Einzahlung abzüglich 1 %. Wer ein Depot zum Führen eines Geldmarktfonds eröffnen möchte, sollte sich vorab jedoch über eine evtl. Mindesteinlagehöhe informieren. Aufgrund der Anlagedauer ist es bei Geldmarktfonds eher unüblich, dass Banken für die Führung des Depots Gebühren erheben. Auch werden kaum Ausgabeaufschläge auf die erzielte Rendite fällig. Daher können Fondsanteile in beliebiger Menge und Höhe jederzeit auch wieder zurückgegeben werden, auch wenn es sich um kleinere Summen (z.B. 1000 €) handelt.


Wie bei jedem anderen Sparprodukt auch entfällt auf die Zinseinkünfte aus dem Geldmarktfonds die Kapitalertragsteuer. Dies aber nur dann, wenn der Anleger seine Fonds weniger als 12 Monate hält. Verkauft er jedoch rechtzeitig vor Fälligkeit seine Anteile, dann ist die Rendite steuerfrei. Daher sollten Anleger, die eine kurzfristige Anlage von unter 12 Monaten ins Auge fassen, den Blick eher auf steueroptimierte Geldmarktfonds richten. Diese haben den Vorteil, dass die Zinsgewinne nicht vorzeitig ausgeschüttet, sondern dem Fondsvermögen zugeschlagen werden. Erst nach Fälligkeit werden sie dann komplett ausgezahlt. Im Zuge der ab Januar 2009 geltenden Abgeltungssteuer unterliegen die Zinsen und Kursgewinne aus dem Geldmarktfonds jedoch auch dieser Steuer. Dennoch sollte man sich nicht scheuen, trotzdem auf Geldmarktfonds zu setzen, denn die Abgeltungssteuer trifft ja alle Sparprodukte gleichermaßen.

Angeboten werden Geldmarktfonds, die im Übrigen erst am 01.08.1994 in Deutschland zugelassen wurden und somit zu den jüngsten Kategorien von Investmentfonds gehören, ähnlich wie Aktienfonds praktisch von allen Banken und Sparkassen, Onlinebrokern oder Direktbanken.

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