Der Geldmarkt
Jedem Kreditinstitut wird seitens der Zentralbank nur eine festgelegte Bargeldmenge zugestanden. Hat eine Geschäftsbank höheren Bedarf versucht sie überschüssiges Zentralbankgeld von anderen Marktteilnehmern zu leihen. Dieser Handel mit Zentralbankguthaben unter Geschäftsbanken wird als Geldmarkt bezeichnet. Beherrscht wird dieser von einer hohen Institutionalisierung, der hohen Bonität der Schuldner und der Gläubiger sowie von festen Marktinstrumenten. Der Handel ist unpersönlich und verläuft in starren Schemen.
Am Geldmarkt agieren bis auf wenige Ausnahmen nur Banken, Versicherungen und Fondgesellschaften. Die Mindesthandelssumme einer Transaktion beträgt eine Million Euro. Die Laufzeiten der Kontrakte sind sehr kurz beziehungsweise haben eine sehr kurze Kündigungszeit. Die Geschäfte werden ausschließlich von sogenannten Geldhändlern der Zentralbank abgeschlossen. Am Tages und Termingeldhandel auf dem Geldmarkt mischen auch einige branchenfremde Großunternehmen und Wirtschaftskonzerne mit, um so vorhandende Liquditätsspitzen auszugleichen. Der Geldmarkt wird von institutionellen Marktteilnehmern auch zur kurzfristigen Bargeldbeschaffung durch den Verkauf von Wertpapieren genutzt.
Für natürliche Personen besteht grundsätzlich keine Möglichkeit am Handel teilzunehmen. Geldmarktfonds erlauben jedoch auch privaten Anlegern sich indirekt auf diesem lukrativen Markt zu engagieren. Der Geldmarkt bietet in der Regel die höchsten Zinssätze im gesamten Finanzsektor. Der Geldmarktzins bewegt sich stets zwischen dem Einlagenzins und dem oberen dem Spitzenrefinanzierungszinssatz. Innerhalb dieser Zinsspanne entscheidet das Verhältnis von Zentralbankgeldangebot und -nachfrage. Die Fonds investieren ausschließlich in Titel und liquide Wertpapiere mit kurzer Laufzeit. Seit 1994 ist es in Deutschland gesetzlich möglich, Geldmarktfonds aufzulegen und diese zu vertreiben.
Für die privaten Anleger sind die Geldmarktfonds hochrentabel. Oft bieten sie höhere Zinsen, wie vergleichbare Tagesgeldkonten. Die Fonds sind aufgrund der Kurzfristigkeit der Verträge ebenfalls von einem geringen Risiko belastet. Viele Fonds werden für ihre Kunden jedoch nur bei entsprechenden Mindestanlagesummen aktiv.